Von Räubern und Touristen

Während 200 Jahren beherbergte der Churer Sennhof das Bündner Gefängnis. Zuletzt in der noch heute prägenden Fassung des Architekten Theodor Hartmann, der im Rahmen des Umbaus von 1966 ein Stück Stadtmauer herausschälte und selbstbewusst daran weiterbaute. Grund genug für den damaligen Bauherrn, Staatsanwalt Dr. Willy Padrutt, in seiner Eröffnungsrede mit Stolz auf die Geschichte der Institution zurückzublicken und daran zu erinnern, dass «die 1817 angekaufte Strafanstalt Sennhof [...] nächstes Jahr ihr 150-jähriges und die 1942 geschaffene Staatsanwaltschaft ihr 25-jähriges Bestehen feiern» könne. 2017 aber geht der Blick in die Zukunft. Mit der Inbetriebnahme der neuen Justizvollzugsanstalt Realta in Cazis wird bereits in zwei Jahren nicht nur der Haftbetrieb aufgegeben, sondern «gemäss kantonaler Immobilienstrategie» auch die Staatsanwaltschaft verlegt, wie Kantonsbaumeister Markus Dünner mitteilt. Damit wird der Sennhof sozusagen nutz(ungs)los. Er soll – auf Wunsch der Regierung – an den Meistbietenden verkauft werden. Dies wirft Fragen auf. Denn nicht allein für ein bemerkenswertes Stück Churer Siedlungs- und Stadtgeschichte steht der Sennhof, sondern für Bündner Gemeinsinn schlechthin.

Christoph Sauter (Text)
Marco Hartmann (Fotos)

Christoph Sauter ist Architekt in St. Moritz. zVg

Christoph Sauter ist Architekt in St. Moritz. zVg

Vom Gemeinsinn zum Wunschkonzert

Umgeben von Weinbergen und Gemüsegärten sowie am Fuss der katholischen Festung, dem Hof mit bischöflichem Schloss, gelegen, war und ist der Sennhof Teil der mittelalterlichen Umfassung des protestantischen Chur. Wie im Welschdörfli weisen Spuren früher Besiedelung bis in die Bronzezeit zurück. Dementsprechend besticht die Liegenschaft durch ihre Präsenz im historischen Stadtkörper, die archäologische Bedeutung, den denkmalpflegerischen Wert und das Potential im Zusammenspiel mit den bestehenden Institutionen und Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nachbarschaft. Ein Glück also, frohlockt der unvoreingenommene Beobachter, dass dieses «Filetstück» dem Kanton, sprich der öffentlichen Hand, gehört.

Allerdings war, wie wir bereits wissen, 2015/16 aus der Tagespresse zu erfahren: Der Kanton will den Sennhof verkaufen – und zwar so gewinnbringend wie möglich. Wie hoch der Verkehrswert tatsächlich sei, ergebe sich aus der Nachfrage, so Regierungsrat Christian Rathgeb anlässlich einer Medienorientierung, bewertet sei die Liegenschaft mit 14 Millionen Franken. Parteikollege und Stadtpräsident Urs Marti weiss um die Bedeutung des Orts, doch Chur fehle das Geld. Also verlegt er sich aufs Wünschen – zum Beispiel ein Kulturhaus mit vielfältiger Nutzung, um gleichzeitig bei der weiteren Entwicklung an den Miteinbezug der Stadt zu appellieren, was ihm der fürs Bauen zuständige Regierungsrat Mario Cavigelli selbstverständlich zusichert. Des Weiteren ist die Rede «von Leuten mit Ideen» zur Umnutzung der Immobilie – die einen favorisieren kleine Gewerbe- und Handwerksbetriebe, genossenschaftliches Wohnen, Werkstätten, Gastronomie oder Ateliers, andere ein Hotel respektive eine Jugendherberge. Sogar ein Grossverteiler habe Interesse bekundet und eine Studie unterbreitet, mit unterirdischer Parkierung. 

Von der Hofstrasse führt die Sennhofstrasse direkt zum Sennhof, dessen Geschichte als Strafanstalt vor 200 Jahren begann.

Das Wunschkonzert und der Reigen ganz unterschiedlicher Anspruchsgruppen und Interessensgemeinschaften um die beste Idee sind eröffnet, und genauso brodelt die Gerüchteküche. Auf Vorschläge, die Architekturstudierende der Universität Liechtenstein unter der Leitung von Conradin Clavuot unterbreitet hätten, verweist Kantonsbaumeister Markus Dünner, auch auf eine aufschlussreiche Machbarkeitsstudie des in Chur ansässigen Architekturbüros Bearth & Deplazes, die neben «möglichen Nutzungsmöglichkeiten» die ortsbaulichen Grundlagen des historischen Bestands im Hinblick auf die Aufwertung des Standorts in der Altstadt «analysiert» haben. Allerdings seien all diese Untersuchungen «vertraulich» und könnten nicht eingesehen werden. 

Aus der Stätte für die Stadt und darüber hinaus

Angesichts der Fülle programmatischer, stadträumlicher und mentalitätsgeschichtlicher Bezüge von ortsbildprägender Bedeutung irritiert das fröhliche Jekami um die Zukunft des Sennhofs und macht stutzig. Erst recht, da der Eigentümer der Liegenschaft der Kanton Graubünden ist, die öffentliche Hand. Ist diese sich tatsächlich nicht bewusst, welch Perle ihr eignet, was ihr gehört und wie ihr geschieht? Oder ist die konzept-, orientierungs- und uferlose Debatte über die Vielfalt der Möglichkeiten ohne Bezug zur Aura der Stätte, die es betrifft, nur politisches Vorgeplänkel, um sich warm zu reden? Und warum kommt der Ruf nach Mitwirkung vor der Vergegenwärtigung der Absicht? Wozu interessante Vorschläge und Machbarkeitsstudien, wenn – ausser dass der Sennhof für viel Geld verkauft werden soll – nicht klar ist, zu welchem Zweck? 

Unbesehen, da vertraulich, gehe ich hoffnungsfroh davon aus, dass ambitionierte Studierende wie arrivierte Architekten in ihren Untersuchungen und Analysen mit dem wertvollen Bestand umsichtig verfahren und seine Architektur als Denkmal respektieren. Dies darf erwartet werden und ist Voraussetzung dafür, was in Zukunft baulich kommt, nicht aber der springende Punkt und schon gar nicht stufengerecht. 

«Angesichts der Fülle programmatischer, stadträumlicher und mentalitätsgeschichtlicher Bezüge von ortsbildprägender Bedeutung irritiert das fröhliche Jekami um die Zukunft des Sennhofs und macht stutzig.»

Was fehlt und dringend Not tut, ist indes die Vorgabe der Richtung, ein Vorsatz, ein gemeinsames Ziel – ja, eine Statt-Idee. Eine, die prägnant an die Stelle dessen tritt, was zu Ende geht, aus sich selber schöpft und tatsächlich der Fall ist und sich rigoros aus der Stätte – ihrem Ort, ihrem Programm, ihrer Geschichte – begründet. Eine Idee, die anhand ihrer Bedingungen und Bestimmung die Frage beantwortet, was wollen wir. Eine, die dem in jeder Hinsicht vielschichtigen kulturellen Narrativ, das dem Churer Sennhof innewohnt, nicht nur Respekt zollt, sondern es an Überzeugungskraft, Begeisterungsfähigkeit und Plausibilität mit diesem aufnimmt. Eine, die in die Zukunft weist, weil sie der Herkunft erwächst, und ihr also verwandt ist. Eine starke Idee für einen starken Ort, die [k]new aus Gewusstem Neues entwirft. 

Wie kein anderer Ort steht Chur für den Übergang, den Transit, die Beziehung zwischen Nord und Süd, zwischen Sprachen und Kulturen. Zudem verdankt die älteste Stadt der Schweiz ihrer günstigen strategischen Lage frühen und erfolgreichen Handel. Das machte den Ort immer schon begehrens-, besuchens-, sehens- sowie erzählenswert. Aus dem Durchgangsort für Waren wurde dank zunehmendem Fernweh und wachsender Reiselust im 19. Jahrhundert ein beliebter Ausgangspunkt für Touristen. 

Weshalb anstelle von Insassen im Sennhof, dem nun frei werdenden Gefängnis, nicht das Sehnsuchtsmoment nach dem anderen Ort, die Illusion der fremden Welt beherbergen und als Fluchtpunkt der Umnutzung den für das Selbstverständnis und die Identität der Bündner so folgenschweren Tourismus beheimaten? Als Haus gewordene Ferienecke der Schweiz mitten in der Stadt. Als lebendiges Hotel der Tourismusgeschichte. Für den Rückblick genauso wie für die Aussicht. Als Forschungsstätte von überregionaler Ausstrahlung. Als think tank touristischer start ups. Als Kompetenz-, Innovations- und Besucherzentrum. Für den Austausch und für Ausstellungen. Als eigentliche Heterotopie nach Michel Foucault, als anderer Raum, wonach «es [...] gleichfalls – und das wohl in jeder Kultur, in jeder Zivilisation – wirkliche Orte, wirksame Orte [gibt], die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplazierungen oder Widerlager, tatsächlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind, gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte, wiewohl sie tatsächlich geortet werden können.» 

Beide – Gefängnis und touristische Einrichtung – sind gleichermassen heterotope Räume und also in die Gesellschaft hineingezeichnet. Im Sennhof finden sie konspirativ zusammen – und zwar zur Begründung der eigenen Tourismuskultur und -zivilisation sowie zum Verständnis des Fremden.

«Ist die öffentliche Hand sich tatsächlich nicht bewusst, welch Perle ihr eignet, was ihr gehört und wie ihr geschieht?»

Wie kein anderer Ort anerbietet sich der Sennhof im städtischen Kontext betrachtet und über die inhaltlich-thematische Fügung hinaus für eine längst überfällige kantonale Instanz des Tourismus – zwischen Staatsarchiv und Kantonsbibliothek, Martinskirche, Rätischem Museum und Kathedrale sowie dem nahe gelegenen und erst seit kurzem nahmhaft erweiterten Kunstmuseum. Vieles spricht dafür, die Pfeiler der Bündner Institutionen entlang der (ehemaligen) Churer Stadtmauer zu versammeln und die Einmaligkeit des Sennhofs dafür zu nutzen, was dem Kanton als Ganzem unverkennbar und unbestritten eignet – der Tourismus. 

In diesem Licht sei das Ansinnen der Veräusserung nochmals überdacht. Denn die Bestimmung eines Zeitzeugen dieses Rangs gibt man nicht (gedankenlos) aus der Hand. Im Gegenteil. Die Identifikation mit einem Ort wie diesem gilt es wunschgemäss zu besetzten und für sich selber in der eigenen Vorstellung zur Vorstellung zu bringen – warum nicht als GrandTour Chur!

GrandTour Chur – ein Haus für den Bündner Tourismus

Und das ist noch nicht alles. Denn neben Inhalt, Ort und Form gilt es hiermit eng verknüpft die Rolle des Kantons als Initiant, Verfechter eines fortschrittlichen Gemeinwesens, Bauherr und Eigentümer auszuführen. Dabei lohnt sich der Blick zurück ins ausgehende 18. und beginnende 19. Jahrhundert: Als das gut 50 Jahre währende Ringen um das Einrichten eines Zuchthauses mit dem Kauf des Sennhofs 1817 endlich sein glückliches Ende fand, empfand das fortschrittlich gesinnte liberale Graubünden tiefe Befriedigung oder – mit dem Historiker P. Gillardon in seinem Essay Vorgeschichte der bündn. Strafanstalt Sennhof in Chur von 1933 gesprochen – «begreift man die Freude an dem Erreichten gerade bei den ernstgesinnten, um Wohl und Wehe der Bevölkerung aufrichtig interessierten Kreise der führenden Männer». 

Heute sind glücklicherweise die «führenden» Frauen ebenso gefragt und gemeinsam als Regierung angehalten, sich ihrer eigenen Tradition, wie sie sich am Sennhof niedergeschlagen hat, bewusst zu werden, diese aufzugreifen und eine von der öffentlichen Hand selber initiierte zukunftsgerichtete Einrichtung zum Wohl der gesamten Bündner Bevölkerung ins Leben zu rufen. Dafür sprechen mindestens 10 gute Gründe: 

  • Dem Kanton gehört die Liegenschaft.
  • Der Sennhof hat viel Geschichte und noch mehr Ausstrahlung.
  • Der Tourismus verbindet den ganzen Kanton.
  • Chur ist das Tor zum Tourismuskanton Graubünden.
  • Der Kanton kann im Rahmen der Finanzkompetenzen – wie es im Kulturförderungsgesetz heisst – weitere kulturelle Institutionen errichten, übernehmen oder sich an ihnen beteiligen, wenn dies im öffentlichen Interesse liegt.
  • Im Bündnerland gibt es wertvolle private und öffentliche Sammlungen zur Tourismusgeschichte, isoliert und verstreut fehlt ihnen allerdings die Visibilität.
  • Im Kanton wird rege über den Tourismus von morgen nachgedacht – doch diesem Denken fehlt der Ort des Austauschs, der Erkenntnisse öffentlich macht und zur Diskussion stellt.
  • Der Kanton ist – erst recht ohne Olympia – angehalten, eine gemeinsame Idee zu verfolgen, die ganz Graubünden begeistert und weit darüber hinaus ausstrahlt.
  • In der Schweiz gibt es noch kein Tourismusmuseum mit überregionaler Ausstrahlung – ein solches wäre ein Alleinstellungsmerkmal für Graubünden.
  • Zu all dem bietet der Sennhof einmalige Voraussetzungen. 

«Wie kein anderer Ort anerbietet sich der Sennhof im städtischen Kontext betrachtet und über die inhaltlich-thematische Fügung hinaus für eine längst überfällige kantonale Instanz des Tourismus

Und sollte es an dieser Stelle immer noch Skeptiker geben, die an der sprechenden Verwandlung des Sennhofs von der Haftanstalt zum Haus für den Tourismus – zwei Orten eben, die sich als das Andere zum Gewöhnlichen und Alltäglichen bespiegeln – ihre Zweifel hegen, denen möchte ich abschliessend Silvia Andrea, Bündner Schriftstellerin und gebürtige Zuozerin, in Erinnerung rufen, die 1902 zum Thema «Warum Schiller seine Räuber nach Graubünden versetzte und wie es ihm dabei erging» eine überzeugende Verbindung zwischen Gaunern und Touristen entwarf. Tatsächlich hatte nämlich Schiller in der Erstfassung seines berühmten Schauspiels Die Räuber, 1782 in Mannheim uraufgeführt, seinen Spiegelberg sagen lassen: «Zu einem Spitzbuben will’s Grütz – auch gehört dazu ein eigenes Nationalgenies, ein gewißes, daß ich so sagte, Spitzbubenklima, und da rat’ ich Dir, reis’ Du ins Graubündnerland, da ist das Athen der heutigen Gauner.» 

Links Wohnhäuser, rechts die Strafanstalt – heute ist eine so zentrale Lage für Strafanstalten unüblich.

Hierauf brach in Graubünden und weit darüber hinaus ein Sturm der Entrüstung los. Kaum zufällig konnte man sich nach langen Diskussionen gerade also im Jahr 1784 darauf einigen, in Chur ein gemeinsames Zuchthaus zu errichten, wobei die Umsetzung des Unterfangens noch weitere 30 Jahre in Anspruch nehmen sollte. Schiller immerhin sah sich dazu bewogen, die verhängnisvolle Passage kurzerhand zu streichen, während Silvia Andrea aus der Geschichte folgenden Schluss zog: «Graubünden aber, das Eldorado der Wanderzigeuner und Deserteure beherbergt jetzt ein Volk aus der Fremde ganz andrer Art. […] Wo vor hundert Jahren noch verrufene Herbergen standen, in welchen der Reisende in beständiger Gefahr war, um Geld und Gut gebracht zu werden, erheben sich jetzt prachtvolle Kuranstalten, die von Gästen aus aller Herren Ländern besucht werden. Die Räuberromantik aber hat sich in des Waldes Gründen so tief versteckt, daß niemand, auch nicht die regste Dichterphantasie sie wieder finden kann.» 

 

 

Wenn Fragen unbeantwortet bleiben

Urs Marti ist Stadtpräsident von Chur. zVg

Urs Marti ist Stadtpräsident von Chur. zVg

Der Autor des Berichts «Von Räubern und Touristen», Herr Christoph Sauter, bringt es auf den Punkt. Der Sennhof, bis dato eine Strafanstalt mitten in der Churer Altstadt, wird nach rund 200 Jahren Nutzung wieder für eine innerstädtische Nutzung frei. Eine clevere neue Nutzung darf als grosse Chance für die Churer Altstadt gewertet werden. Bloss scheint diese Sichtweise beim Liegenschaftenbesitzer, dem Kanton Graubünden, kein Thema zu sein.
Das an die alte Stadtmauer angebaute, historische Gebäude, um nicht zu sagen Gelände, wirft für die zukünftige Nutzung und vor allem in Bezug auf das Vorgehen des Kantons Fragen auf. 

Der Kanton will das Gebäude, wie er verlauten liess, dem Meistbietenden verkaufen. Gute Idee? Wäre nicht die höchste Wertschöpfung der richtige Ansatz? Ich selbst habe mehrfach versucht, über Schreiben und öffentliche Fragen zu erfahren, wie der Kanton sich die zukünftige Nutzung des Sennhofs vorstellt, wie er vorgehen möchte und wie die Stadt Chur einbezogen wird. Die Betrachtung auf eine ganz normale Immobilienbehandlung, Verkauf oder Behalten, greift bei dieser Liegenschaft definitiv zu kurz. Wer nun glaubt, hier wäre eine Zusammenarbeit oder mindestens eine Kommunikation die Folge einer städtischen Anfrage, der irrt. Eigentlich hätte die Öffentlichkeit und die Churer Bevölkerung das Recht dazu, dass zwei Staatsebenen eng zusammenarbeiten. Der Bittsteller will, der Angefragte nicht. 

Der Autor kritisiert das Vorgehen zu recht, bringt es aber auch nicht weiter als alle bisherigen Anfragen. Es bleibt unklar und nebulös, was aus dem Sennhof wird und wie etwas angepackt werden könnte. Ein aktiver Austausch und eine offene Kommunikation untereinander würden nicht nur Klarheit verschaffen, sondern auch eine übersichtliche Auslegeordnung ermöglichen. Das ist letztlich für eine öffentliche Institution wie der Kanton sehr wertvoll. Der Lead ist beim Kanton, es liegt an ihm, jetzt Farbe zu bekennen, zu kommunizieren und einzubeziehen.

Welche Chancen sich für die Alt- und Innenstadt ergeben können, seien daher hier nur fragmentartig aufgeführt. Von Jugendherbergen war die Rede, von Hotels oder Studentenwohnungen bis hin zu Kunsthandwerkszentren und teuren Wohnungen. Aus Sicht der Stadt Chur stellen sich je nach Nutzung Fragen des Baugesetzes, der Altstadtgesetzgebung, der Erschliessung, des Lärmkatasters, der Parkierung, der Umgebung, der Kosten usw. Interessant wäre es daher, je nach Nutzung flankierend zur Seite zu stehen und gemeinsam ein gutes Projekt zu entwickeln. 

 Nachdem wir nun schon mehr als zwei Jahre auf die Gelegenheit zum Gespräch warten und der Neubau in Cazis angefangen wurde, ist es höchste Zeit, die Nachfolgeplanung Sennhof an die Hand zu nehmen. Gerne nehmen wir vom Kanton die Einladung an mitzuwirken. Und sollte dies nicht der Fall sein, so empfehle ich vorsorglich dem Meistbietenden, sich dringend zuerst mit der Stadt zu unterhalten, bevor er bietet. 

 

 

Eine Aufnahme des Sennhofs aus dem Jahr 1895. Staatsarchiv Graubünden, Chur, FN-XII-13-18-02256

Die Sennhofstrasse in Chur, undatiert. Staatsarchiv Graubünden, Chur, FN-XII-13-18-C-363

Ansicht der Stadt Chur in Richtung Bündner Oberland, undatiert. Staatsarchiv Graubünden, Chur, FN-IV-24-30-C-1