Jedem Dorf sein Festival

Reichhaltig, sehr gross, engagiert, vielseitig, für jeden Geschmack etwas dabei. Das ist so ungefähr der Tenor, wenn man in der Bündner Kulturszene nach dem kantonalen Kulturfestivalangebot fragt. Doch kann aus diesem «reichhaltig» und «vielseitig» auch einmal ein «zu viel» werden?

von Franco Brunner

Franco Brunner, freier Journalist.

Franco Brunner, freier Journalist.

«Kultur kann Selbstbewusstsein vermitteln: Wir sind kulturell ein starker Kanton, und wir haben Grund, stolz auf unsere Kultur zu sein. In der Kultur geht es um eine schöpferische Haltung, dass man sich zutraut, kreativ zu sein.» Diese Aussage aus einem Interview mit der Zeitung «Südostschweiz» stammt nicht von irgendjemandem, sondern von Giovanni Netzer, seines Zeichens Intendant des Origen-Kulturfestivals in Riom und somit Leiter eines der wohl wichtigsten sogenannten «kulturellen Leuchtturmprojekte» des Kantons. Schaut man auf die reine Zahl an Kulturfestivals in Graubünden, scheinen sich diese «kulturelle Kreativität», wie es Netzer nennt, gleich so einige zuzutrauen.

Alleine der Blick auf die verschiedenen Bündner Musikfestivals respektive Open Airs zeugt von einer eindrücklichen Vielfalt. Von gestandenen Anlässen wie das Open Air Lumnezia oder das Engadin Jazz Festival - als eigentliche Flaggschiffe unter den Bündner Musikfestivals -, über Traditionsanlässe wie das Chapella Open Air im Oberengadin - das in diesem Sommer bereits zum 36. mal stattfindet -, oder Nischenfestivals wie das Arosa Jazz Festival und das Songbird Festival in Davos, bis hin zu den kleinen Open-Air-Perlen wie das Rheinwald- respektive das Safiental Open Air, ist alles zu haben. Eine Auflistung, die sich fast noch beliebig lange fortsetzen liesse.

«Es werden zeitgleich mehrere Festivals durchgeführt, was nicht immer ganz einfach ist.»
John Turner, Präsident Open Air Rheinwald

Graubünden scheint tatsächlich ein fruchtbarer Boden für Kulturfestivals zu sein. Dies bestätigt auch Barbara Gabrielli, Leiterin des Amtes für Kultur des Kantons Graubünden. «Das Kulturfestivalangebot in unserem Kanton ist in erster Linie sicherlich durch seine grosse Vielfalt gekennzeichnet», sagt sie. Eine Aussage, der wohl alle Bündner Kulturschaffenden beipflichten würden. Ganz besonders jetzt, in Zeiten der politischen Stimmungsmache im Rahmen des neuen Kulturförderungsgesetzes. Überall ist von der «Vielfalt des Kulturkantons Graubünden» die Rede. Ein von kantonalen Kulturgrössen wie Giovanni Netzer, Nikolaus Schmid, Ute Haferburg oder Karin Niederberger gegründetes Initiativkomitee hat Anfang Jahr sogar zum «Fest der Kulturen» geladen, mit dem aufgezeigt werden sollte, welch «grosses kulturelles Spektrum» Graubünden aufweist.

Zu viel Kultur? Ist das überhaupt möglich?

Schön und gut. Graubünden der «Kulturkanton». Das passt. Doch kann es allenfalls irgendwann auch zu viel werden? Wenn die - zugegebenermassen etwas überspitzt formulierte - Aussage von «Jedem Dorf sein Festival» tatsächlich zutrifft, machen sich all diese Festivals am Ende nicht gegenseitig den Platz streitig? Oder hat es tatsächlich Raum für alle? Kann es so etwas wie «zu viel Kultur» überhaupt geben? Fragen über Fragen. Raetia Publica hat nach Antworten gesucht.

Natürlich spüre man das grosse Angebot an Festivals, sagt etwa John Turner, Präsident des Open Air Rheinwald. «Es werden zeitgleich mehrere Festivals durchgeführt, was nicht immer ganz einfach ist», führt Turner aus. Doch beim Open Air Rheinwald könne man nach mittlerweile 22 Jahren auf eine gute Stammkundschaft zählen und man hoffe, dass dies auch noch viele Jahre so bleiben werde. Etwas kritischere Töne sind derweil von Seiten des Open Airs Safiental und somit von einem weiteren Festival der Marke «klein aber fein» zu vernehmen. «Die Gefahr, dass Festivals nicht mehr als das wahrgenommen werden, als was sie eigentlich gedacht sind, besteht meiner Ansicht nach durchaus», sagt OK-Präsidentin Stefanie Buchli. Jede Veranstaltung könne sich Festival nennen, egal welchen Ausmasses. Bis jetzt sei das für das Open Air Safiental noch kein Problem, könne aber in Zukunft sehr wohl einmal zu einem werden. Insbesondere deshalb, weil dieses grosse Angebot eine Art «Festival-Müdigkeit» auslösen könne. «Das würde heissen, dass ein Festival nicht mehr speziell ist. Dass es sich nicht mehr lohnt, mehrere Stunden Fahrweg auf sich zu nehmen, da ja im Nachbardorf auch ein Festival stattfindet», gibt Buchli zu bedenken.

«Einige dieser Festivals schiessen relativ zügig aus dem Boden heraus, ohne dabei besonders nachhaltig zu sein.»
Annina Giovanoli, Bergfahrt-Festival Bergün

Auch Annina Giovanoli, Produktionsleiterin des Bergfahrt Festivals in Bergün, sieht eine Häufung von regionalen Festivalanlässen. «Es ist mir in den vergangenen Jahren tatsächlich aufgefallen, dass einige dieser Festivals relativ zügig aus dem Boden heraus schiessen, ohne dabei aber besonders nachhaltig zu sein», sagt sie. Es herrsche, wenn man so wolle, eine Art Kommen und Gehen. Vielleicht sei es aber auch bloss eine Definitionsfrage, führt Giovanoli weiter aus. «Vielleicht sollte man einfach auch den Begriff ‚Festival‘ als solcher etwas besser definieren.» Denn heute werde ein Anlass relativ schnell einmal als Festival bezeichnet.

Etwas weniger betroffen von einem möglichen regionalen Festival-Überangebot ist man bei den Gross- oder eben den sogenannten Leuchtturm-Anlässen wie zum Beispiel dem Open Air Lumnezia. «Das Open Air Lumnezia hat eine schweizweite Ausstrahlung», erklärt OK-Präsident Norbert Cavegn. So stehe man im direkten Vergleich mit den grossen Festivals der Schweiz und weniger mit den regionalen Veranstaltungen. «Dank unserer Grösse, unserer über 30-jährigen Festivalgeschichte und nicht zuletzt dank unserem Netzwerk im Festivalbusiness, können wir jährlich ein Musikprogramm mit internationalen und nationalen Top-Acts auf die Beine stellen», sagt Cavegn weiter. Der Blick auf das diesjährige Lumnezia-Programm mit klanghaften Namen wie Billy Talent, Sido, Sportfreunde Stiller, Lo & Leduc oder Dabu Fantastic unterstreicht diese Aussage.

 

Kultur und Tourismus

Dass das grosse regionale Kulturfestivalangebot eher für die kleineren Anlässe denn für die grossen Player zum Thema wird oder werden kann, liegt auf der Hand. Ebenso der Umstand, dass es bei den meisten Kulturfestivals nicht ausschliesslich um Kultur geht. Denn auch, wenn sich das der eine oder andere Kulturschaffende vielleicht nicht wirklich eingestehen möchte, bei solchen Festivalanlässen spielt der touristische und somit natürlich auch der wirtschaftliche Gedanke immer ein Stückweit mit hinein. Warum auch nicht? Kulturell verwerflich ist das jedenfalls wohl kaum. «Unsere Zielgruppe sind in erster Linie die Musikliebhaber», sagt Norbert Cavegn vom Open Air Lumnezia dazu. Man bewerbe das Festival in der Region bei den Einheimischen genau so wie in der restlichen Schweiz. Aber natürlich sei es ohne die breite Unterstützung der Region nicht möglich, dieses Festival zu organisieren und durchzuführen.

Auch beim Open Air Safiental spielen Kultur und Tourismus zusammen. «Unser Open Air wird vom Tourismus Safiental unterstützt», sagt OK-Präsidentin Buchli. «Und wir unterstützen das Tal ebenfalls, indem wir einheimische Geschäfte bevorzugen», erklärt Buchli weiter. Bei den Gästen setze man jedoch sehr wohl auch auf auswärtige Besucher. So habe man in den vergangenen Jahren bereits einige Stammkunden aus dem Unterland gewinnen können und man sei auch sehr froh, dass diese regelmässig den Weg ins Safiental finden würden.

Fördermassnahmen für ein vielfältiges kulturelles Leben

Die Bündner Kulturfestivallandschaft widerspiegelt also nicht nur die kulturelle Vielfalt des Kantons, sie spielt - zumindest teilweise - auch dem hiesigen Tourismus und dem hiesigen Gewerbe in die Karten. Doch wie sieht es von Seiten der kantonalen Kulturförderung aus? Wird eine Förderung von regionalen Festivals nicht immer schwieriger, je reichhaltiger sich das eigentliche Angebot zeigt?

«Das würde ich so nicht sagen», widerspricht Barbara Gabrielli vom Amt für Kultur dieser These. Die Kulturförderung des Kantons Graubünden basiere auf dem Gesetz über die Förderung der Kultur und der entsprechenden Verordnung. Demgemäss setze sich der  Kanton mit verschiedenen Fördermassnahmen für ein vielfältiges kulturelles Leben und eine lebendige Auseinandersetzung mit gelebten Traditionen ein. «Die Kulturförderung Graubünden beurteilt daher alle eingereichten Projektgesuche nach klaren Vorgaben und Kriterien und die effektiven Entscheide über Beitragszusicherungen werden je nach Höhe vom Departement oder der Regierung getroffen», erklärt Gabrielli. Die finanziellen Mittel stelle der Kanton dann in den verschiedenen Kultursparten, Sprachen und Regionen zur Verfügung. «Der Kanton unterstützt Institutionen, Organisationen, Veranstalter und Kulturschaffende mit dem Ziel, das Entstehen, den Zugang und die Auseinandersetzung mit Kultur zu fördern. Die Gesuchsteller entscheiden dabei frei darüber, wie sie ein Projekt strukturieren und wie sie es inhaltlich ausrichten respektive in welchem Kontext sie es umsetzen wollen.»

«Die Gefahr, dass Festivals nicht mehr als das wahrgenommen werden, als was sie eigentlich gedacht sind, besteht meiner Ansicht nach durchaus.»
Stefanie Buchli, Präsidentin Open Air Safiental

Ob es nun das Verdienst des kantonalen Förderungsprinzips, der Kreativität der Bündner Kulturschaffenden oder schlicht und einfach glückliche Fügung ist: Fakt ist, die Bündner Kulturlandschaft gibt trotz ihrer äusserst dichten Besiedlung nach wie vor immer mal wieder Raum für neue, verheissungsvolle Projekte. Projekte wie zum Beispiel das Open Air in Avers, das im vergangenen Jahr zum ersten Mal stattgefunden hat, oder eben das Bergfahrt-Festival in Bergün, das ebenfalls 2016 Premiere feiern konnte. Das Bergfahrt-Festival, laut den Veranstaltern «eine Entdeckungsreise in die Welt der alpinen Kultur», findet alle zwei Jahre statt und bedient die verschiedensten Kultursparten. «Wir sind ein nationales Festival in regionalem Raum», erklärt Produktionsleiterin Giovanoli. Den Weg in eine «Randregion» als Austragungsort habe man derweil ganz bewusst gewählt, sagt sie. Da man eben genau nicht in eine Region wollte, die bereits mit Festivals und anderen Veranstaltungen «überschwemmt» sei.

Es gibt nicht die eine, richtige Kultur

Einerseits ist der Bündner «Festival-Markt» aus der Sicht einiger also überschwemmt, andererseits bietet er scheinbar noch immer genügend Platz für Neues. Ein Paradoxon, das bestens in die Bündner Kulturszene passt. Denn ja, auf der einen Seite hört man - zumindest hinter vorgehaltener Hand - durchaus kritische Stimmen bezüglich der zu grossen Kulturanlass- respektive Festivaldichte. Oder aber bezüglich der Frage, wie kulturfördernd ein Festival nun denn überhaupt ist oder ob es nicht viel mehr die aus kultureller Sicht ach so verteufelten touristischen und wirtschaftlichen Ziele verfolgt. Auf der anderen Seite wird aber unter dem Deckmantel der «kulturellen Vielfalt» des Kantons, vielerorts ein etwas verzerrtes, ein etwas gar harmonisches Bild für die Öffentlichkeit gezeichnet.

Fakt ist, die eine Kultur und somit bloss die eine legitime Art von Kultur-Festivals kann und darf es nicht geben. Ebenso wenig wie die Frage, ob der eine Anlass denn nun kulturell wertvoller ist als der andere. Und ja, auch wenn das in der Kulturlandschaft selbstredend kaum jemand so direkt sagen würde: Natürlich gibt es im Kulturbereich Konkurrenz. Das ist auch gut so. Denn sogar in der Kultur kann eine gesunde Konkurrenz, wie andernorts auch, das «Geschäft» - oder um es künstlerisch korrekter auszudrücken - die Kreativität beleben. Man sollte nur offen und ehrlich damit umgehen.

 

 

Jedem Ort sein Festival? Jedem Ort sein Festival!

Angela Buxhofer, Präsidentin 'Arosa Kultur'.

Angela Buxhofer, Präsidentin 'Arosa Kultur'.

Wieso nicht? Jeder Ort hat ja schliesslich auch eine Beiz, einen Coiffeur, eine Bäckerei, einen Friedhof… OK, nicht (mehr) jeder Ort, aber die grösseren. So ist das auch mit den Festivals.

Wieso schafft ein Ort ein Festival? Selten der Kultur Willen. Vielmehr der Gäste Willen. Auch wenn man dies nie zugeben würde, nie zugeben darf…

Denn Kulturförderung von touristischen Kulturangeboten ist anstössig, unanständig, unverschämt! Das ist ein bisschen verständlich. Zumal das Küchlein «Kulturförderung» nicht grösser wird, wenn man es auf mehrere hungrige Mäuler verteilt. Ausserdem: Für die Gesellschaft ist es von enormer Wichtigkeit, dass bei der Kulturförderung nicht der kommerzielle, sondern der künstlerische Aspekt im Zentrum steht. Eine lebendige Kultur zeichnet eine zivilisierte Gesellschaft aus. Aber in Graubünden, wo vor allem in den Randgebieten der Tourismus eine entscheidende Rolle über Sein oder Nichtsein spielt, braucht es auch eine Kulturförderung, welche den Tourismus belebt.

Wir Kulturschaffenden und Kulturvermittler haben während der letzten Session des Grossen Rates leider bitter erfahren müssen, dass die Mehrheit unseres Parlaments dies etwas anders sieht. Die schmarotzende Kulturbevölkerung soll zwar ein neues Gesetz, aber (vorerst) nicht mehr Geld erhalten. Vielleicht ein bisschen aus Trotz für die abgelehnte Olympiaabstimmung.

«Es braucht auch eine Kulturförderung, die den Tourismus belebt.»

Keine Angst, ich werde Kultur und Sport nicht gegeneinander ausspielen! Im Gegenteil: Wir müssen gemeinsam dafür kämpfen, dass die Gelder, welche für eine Olympiakandidatur geflossen wären, nun trotzdem in den Tourismus fliessen. Nämlich in Kultur- und Sport-Anlässe, also in den Kultur- und Sporttourismus! Es ist aber wichtig, dass nicht nur «Konsumanlässe» stattfinden, wie Musikfestivals oder Sportwettkämpfe, welche die Einheimischen und Gäste als Zuschauer konsumieren. Aktiver Kultur- und Sporttourismus birgt grosses Potenzial, wie man am Beispiel von Arosa sieht: Die Musik-Kurswochen Arosa und die Ochsner Hockeycamps finden regen Zulauf und wachsen von Jahr zu Jahr. Sie bedeuten eine wichtige Alternative für den kriselnden klassischen Wintertourismus in Graubünden. In diesem Sinne unbedingt:

Jedem Ort sein Festival!

MUSIK IST DIE HEILENDE KRAFT DES UNIVERSUMS

Cornelia Müller, Kulturschaffende, Kulturvermittlerin, Direktorin 'Uncool Festival' und 'Artists in Residence' in Poschiavo.

Cornelia Müller, Kulturschaffende, Kulturvermittlerin, Direktorin 'Uncool Festival' und 'Artists in Residence' in Poschiavo.

Ja, jedem Dorf sein Festival!

Denn es geht ja nicht nur um Tourismus und Geld, und schon gar nicht um Konkurrenz, sondern ganz wesentlich um die Vermittlung der regionalen, nationalen und internationalen Kultur auch für Dorfbewohner. Die Stadt verfügt in der Regel über ein vielfältiges Kulturangebot, das Dorf meist nicht. Was das Dorf von der Stadt erhält ist oftmals wenig wünschenswert wie verschmutzte Luft, Smog und Durchgangsverkehr, hingegen was das Dorf der Stadt liefert sind lebensnotwendige Güter wie Elektrizität, frische Nahrungsmittel und Erholung. So wäre es für das Dorf mehr als gerechtfertigt, auch von den schönen Dingen, die eine Stadt lebenswert machen, etwas abzubekommen.

Kultur ist Bildung auf vergnügliche, die Phantasie anregende Weise. Bildung sollte für alle – Städter und Dorfbewohner, für Arme und Reiche, für Jung und Alt – zugänglich sein und genau aus diesem Grund in jedermanns Nachbarschaft und zudem auch gratis. Geld wirkt im kulturellen Zusammenhang als Hindernis, sowohl für die Kreation der kulturellen Veranstaltung als auch für deren Besuch. Tatsächlich verschwinden wertvolle kulturelle Initiativen aus Mangel an finanzieller Unterstützung, wie z.B. das UNCOOL Festival (1999 – 2012) in Poschiavo. Und, eine grosse Mehrheit nimmt das Kulturangebot überhaupt kaum wahr, ob wohnhaft in der Stadt oder auf dem Dorf.

«Kultur ist Bildung, und Bildung sollte für alle da sein.»

Das Orchester ist ein Bild für die ideale Gesellschaft. Jede/r ist ein wesentlicher, unentbehrlicher Teil des Orchesters. Die Stimme des Musikers, die Stimme seines Instruments ist Teil der Musik und ohne diese Stimme klänge die Musik anders und entspräche wohl nicht der musikalischen Vorstellung des Komponisten. Die Musik entsteht im Zusammenspiel der vielfältigen Stimmen. Es ist ein wundersames Zusammenwirken der einzelnen Spieler. Sie erschaffen die Musik, sie machen sie für uns hörbar und empfindbar.

Music is the Healing Force of the Universe – wer das sagte, war Albert Ayler (1936-1970), Saxophonist, Komponist und Wegbereiter des Free Jazz. In diesem Satz steckt viel Wahrheit. Musik hat eine sehr eigene Wirkung auf den Zuhörer. Sie erreicht ihn emotional, beflügelt ihn, versetzt ihn in Entzücken und ist vielleicht dadurch in der Lage heilend zu wirken.

Die Musik ist auch eine Sprache, eine universelle Sprache, die keiner Erklärung bedarf. Jeder, der hören kann, kann sie auch verstehen. Es braucht kein Wissen über Musik, es braucht lediglich die Bereitschaft zuzuhören, damit sie einen in eine andere Welt entführt.

Also dann – jedem Dorf sein Festival!